I am so content with the soft days
when in the beginning of spring
the sky, cracking open in blue,
scatters brilliance and warmth on the earth;
the valleys are still under ice,
the hill rising up sunny already,
the girls come back outside,
the children's games revive.
Then I stand up there on the mountain
and see it all quietly glad,
my heart rising from the light weight
that still does not let it thrive.
I am a child and delighted
with blithe nature's play,
in her peaceful feelings
the soul is sung to sleep.
I am so content with the soft days,
when old men, moved, say goodbye
to their mild sunny meadows;
this is nature's celebration.
She no longer parades with flowers and plenty,
all her moving forces rest,
she gathers herself in sweet quietness,
now she looks into her depths.
The soul, once borne so high,
sinks in its proud flight,
it learns a peaceful renunciation,
remembering is enough.
There I do well in the soft silence
that nature gave the soul;
it is as if I could climb
down into my quiet grave.
--Ludwig Uhland (1787-1862)
Die sanften Tagen
Ich bin so hold den sanften Tagen,
Wann in der ersten Frühlingszeit
Der Himmel, blaulich aufgeschlagen,
Zur Erde Glanz und Wärme streut;
Die Täler noch von Eise grauen,
Der Hügel schon sich sonnig hebt,
Die Mädchen sich ins Freie trauen,
Der Kinder Spiel sich neu belebt.
Dann steh´ ich auf dem Berge droben
Und seh´ es alles still erfreut,
Die Brust von leisem Drang gehoben,
Der noch zum Wunsche nicht gedeiht.
Ich bin ein Kind und mit dem Spiele
Der heiteren Natur vergnügt,
In ihre ruhigen Gefühle
Ist ganz die Seele eingewiegt.
Ich bin so hold den sanften Tagen,
Wann ihrer mild besonnten Flur
Gerührte Greise Abschied sagen;
Dann ist die Feier der Natur.
Sie prangt nicht mehr mit Blüt und Fülle,
All ihre regen Kräfte ruhn,
Sie sammelt sich in süße Stille,
In ihre Tiefen schaut sie nun.’
Die Seele, jüngst so hoch getragen,
Sie senket ihren stolzen Flug,
Sie lernt ein friedliches Entsagen,
Erinnerung ist ihr genug.
Da ist mir wohl im sanften Schweigen,
Das die Natur der Seele gab;
Es ist mir so als dürft’ ich steigen
Hinunter in mein stilles Grab.